Proteste zum 2. Jahrestag des Irakkriegs  
     
  Mehr als 100.000 Menschen demonstrieren weltweit am Jahrestag der US-Invasion. Bush sieht mehr Freiheit  
     
  LONDON ap In Europa und den USA haben am Wochenende zehntausende Menschen gegen den Irakkrieg und die amerikanische Regierung protestiert. Zwei Jahre nach Beginn der US-geführten Invasion im Irak forderten die Demonstranten einen Abzug der ausländischen Truppen aus dem Land. Die größte Kundgebung fand in London statt, nach Angaben der Organisatoren zogen 100.000 Menschen vom Hyde Park vorbei an der amerikanischen Botschaft zum Trafalgar Square. In Rom versammelten sich am Samstag mehrere zehntausend Menschen. Etwa 100 Demonstranten versuchten, zum Regierungssitz von Ministerpräsident Silvio Berlusconi vorzudringen, wurden aber von Sicherheitskräften abgefangen. In Istanbul zogen 15.000 Menschen durch die Stadt und forderten den Rückzug der USA aus dem Irak. "Mörder Bush, raus!" hieß es. In Kopenhagen demonstrierten 5.000 Menschen vor dem Außenministerium, in Stockholm versammelten sich 300 und protestierten gegen den US-Militäreinsatz im Irak.  
     
  In New York zog eine Gruppe Demonstranten mit in US-Flaggen gehüllten Särgen über die 42. Straße. Sie forderten, die amerikanischen Soldaten sofort nach Hause zu holen.  
     
  US-Präsident George W. Bush beharrte in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache darauf, dass der Krieg die Welt sicherer gemacht, dem Irak die Freiheit gebracht und demokratische Reformen im Nahen Osten angestoßen habe.  
     
  taz Nr. 7620 vom 21.3.2005